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Güetu's Gedanken (Teil 6)

über Bakterien, sauberkeit und das putzen

Es ist schon eine Weile her, seitdem ich das letzte Mal etwas geschrieben habe.

Höchste Zeit also, für den nächsten Beitrag.

 

Dieses Mal geht es ums Putzten und die Sauberkeit:

 

Bakterien sind manchmal hochgefährlich, meist aber hilfreich.

Alles wegzuputzen wäre also unklug. Zumal übertriebene Sauberkeit und die Zunahme von Asthma und Allergien zusammenhängen!

Für das Immunsystem ist eine gewisse Menge an Dreck gut, da es dadurch stärker werden kann.

 

Immunologe Dr. Peter Schleicher:

„Der Mensch braucht täglich Kontakt zu Keimen, um sein Immunsystem daran zu trainieren. Nur dann können wir Antikörper bilden, die Krankheiten verhindern.“

 

Das Zuhause sollte zwar mit normalen Haushaltsreinigern sauber gehalten werden, aber nicht steril. Menschen produzieren sogar Dreck beim putzen.

Oft schlimmeren Dreck, als wir wegputzen.

Da drängt sich dann die Frage auf: wenn sich auf Mopp und Schwamm die Bakterien nur so tummeln, soll man dann überhaupt noch wischen?

Oder ist der Bakterien-Alarm übertrieben?

«Er ist es» sagt Dreck-Expertin Hanne Tügel, deren Buch «Sind wir noch ganz sauber?» über Schmutz, Umweltschutz und Gesundheit das allen Müttern und Hausfrauen nur ans Herz gelegt werden kann.

 

Zur Wisch-Frage führt Tügel weiter aus:

«Die schönste wissenschaftliche Antwort darauf hat 2014 das Team um den niederländischen Mikrobiologen Remco Kort in seiner «Knutsch-Studie» geliefert. Danach tauschen bei einem 10 Sekunden Zungenkuss im Durchschnitt 80 Mio. Bakterien die Wirte.

Von anschliessenden Gesundheitsprobleme war keine Rede.

Ein paar Wollmäuse in der Ecke sind also eher ein ästhetisches als ein hygienisches Problem. Und die Bandbreite zwischen Putzteufel und Schmutzfink ist groß. Wie oft im Wohnbereich gesaugt oder gewischt werden soll, hängt vor allem von der Dreck-Toleranz der Bewohner ab.

Außerdem sammeln sich in einem Single-Haushalt weniger schnell Staub, Flusen und Schmutzspuren als im Haus einer Familie mit Kindern. Auch Hunde- und Katzenbesitzer müssen öfter Spuren ihrer Lieblinge beseitigen. Und wer unter einer Milbenallergie leidet, muss öfter staubwischen als Unbelastete. Der Hygiene-Experte und früherer Direktor des Freiburger Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene Prof. Franz Daschner rät: „Putzen sollte man so, dass es optisch sauber ist. Einmal pro Woche reicht eine Haushaltsreinigung völlig aus“.

 

Ausnahme: schmutzige Oberflächen sowie Arbeitsplatten in der Küche, nachdem sie mit Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind.

 

 

Was passiert, wenn es zu sauber ist?

„Erhöhte Hygiene ist für den Körper unnatürlich“, sagt Dr. Schleicher. „Ein zu sauberes Zuhause treibt die Allergieneigung nach oben, weil der Körper gar keine Chance hat, sich an Keimen zu trainieren.“

Die meisten Menschen, die zu viel putzen, sind häufiger krank als Bewohner eher schmuddeliger Wohnungen.

Gerade Kinder sollten darum mit verschiedenem Dreck in Kontakt kommen.

Ein paar Fussel vom Fußboden, ein Händchen voller Walderde, ein Schnuller, der auf den Boden gefallen ist – all das hilft dem Immunsystem.

Auch bei Erwachsenen baut der Körper zu jedem bekannten Keim „Memory-Zellen“. Kommen wir erneut damit in Kontakt, ist unsere Abwehr gewappnet.

 

Wann ist besondere Hygiene wichtig?

Während der Grippezeit oder wenn akut kranke Menschen (etwa mit Noroviren) im Haus sind, sollte man verstärkt auf Hygiene achten. Dann kann man z.B. Türklinken oder Toiletten auch mal desinfizieren.

 

Was ist mit dem Dreck von Haustieren?

„Die schaden nur, wenn eine Allergie vorliegt“, sagt Dr. Schleicher. Ansonsten helfen auch sie, die Abwehr zu trainieren.


Diese Informationen sind aus dem Internet.

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Reto Gutknecht, Februar 2024

 


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